Ladestationen in Wohngebäuden- Was muss beachtet werden?

Viele Besitzer und Nutzer von Elektrofahrzeugen haben sich bereits in Ihrem Wohnhaus eine Ladestation für ihre Fahrzeuge eingerichtet. Dies dient nicht nur der Bequemlichkeit, sondern ist auch praktisch, da sich nicht immer gleich eine öffentliche Ladestation in der Nähe befindet. So kann das Fahrzeug auch bequem über Nacht geladen werden. Wie kann eine Ladestation ordnungsgemäß angebracht werden und was sollte ein E-Fahrzeug-Halter beachten?

Wie bei den meisten technischen Geräten, die eine fachmännische Installation benötigen, sollten einige Faktoren berücksichtigt werden. Das gilt nicht nur für die Installation, sondern auch für die Wartung und Nutzung der Ladestation.

Die richtige Ladeeinrichtung und Ladebetriebsart für Ihr Fahrzeug

Ist eine Ladestation gleich für alle Fahrzeugtypen geeignet? Leider müssen wir diese Frage mit einem Nein beantworten. Zunächst sollten Sie sich Ihren verfügbaren Räumlichkeiten entsprechend für eine Ladeeinrichtung entscheiden. Hierbei sollte beachtet werden, dass sich der ideale Standort in der Nähe Ihres Stromkreisverteilers befindet und dort der Einbau der benötigten Sicherheitseinrichtungen (Leitungsschutzschalter/Sicherungen/Fehlerstromschutzschalter) möglich ist. Auch Ihr Fahrzeug sollte so positioniert werden können, dass es ohne Umstände angeschlossen werden kann (NoGo: Ladekabel über einen Laufweg / Gehweg ans Auto verlegen).
Wichtig ist, sich vorher zu erkundigen, ob die Ladeeinrichtung nur für den Innenbereich oder auch für den Außenbereich geeignet ist. Auch bei der Ladebetriebsart wird zwischen vier verschiedenen Möglichkeiten unterschieden.

  1. Das Laden an einer ein- oder dreiphasigen Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose (Ladestrom-/leistung max. 16A / 11kW)
  2. Das Laden an einer einphasigen Schutzkontakt- oder CEE-Steckdose, Ladeleitung mit Steuer- Schutzeinrichtung ausgestattet (Ladestrom-/leistung max. 32A / 22kW)
  3. Das Laden erfolgt ein- oder dreiphasig an einer an die Elektroinstallation fest ange­schlossenen Ladestation (Ladestrom-/leistung max. 63A / 43,5kW, üblich jedoch 16A / 11kW bzw. 32A / 22kW)
  4. Das Laden des Elektrofahrzeugs erfolgt über Gleichstrom aus einer an die Elektroinstallation fest angeschlossenen Ladestation (Ladeleistung max. 170kW)

Betriebsarten Ladestationen Bockstahler

Die Ladebetriebsarten 1-3 sind üblich im privaten und gewerblichen Bereich. Die Ladebetriebsart 4 wird findet sich üblicherweise eher in öffentlichen Schnellladestationen (z.B. Tesla SuperCharger).

Die Ladezeit eines Elektrofahrzeuges kann variieren

Die Ladezeit hängt nicht nur von dem Akku ihres Fahrzeuges ab, sondern auch von der verfügbaren Stromstärke der Ladesäule und der maximal möglichen Leistung des im Fahrzeug eingesetzten Gleichrichters. Unterschieden wird zwischen Gleichstrom- und Wechselstromladung.

Eine Schutzkontaktsteckdose (230 V, 16 A) kann grundsätzlich zum Laden von zwei bis vier rädrigen Elektrofahrzeugen genutzt werden. Hierbei würde es sich um die Ladebetriebsart 1 handeln und nimmt am meisten Ladezeit in Anspruch. Es muss mit einer Ladezeit von 6 bis 8 Stunden gerechnet werden (in Abhängigkeit der Batteriekapazität), da die Ladung nur gedrosselt durchgeführt werden kann (konventionelle Steckdosen sind nicht für Dauerbetrieb unter Maximallast geeignet).
Bei der Betriebsart 2 sinkt die Ladezeit auf 1,5 bis 2 Stunden ab (ebenfalls in Abhängigkeit der Batteriekapazität).

Neben diesen Faktoren sind noch die Technischen Anforderungen an die Installationen sowie die Steuerung und Kommunikation ausschlaggebend. In dieser Zusammenfassung kann detailliert nachgelesen werden, worauf Besitzer von Elektrofahrzeugen und eigenen Ladestationen achten müssen, um eine sichere und langlebige Nutzung gewährleisten zu können.

2018-12-17T15:43:54+00:00